EM-Landwirtschaft

Allgemeines

Der Boden ist der Darm der Pflanze!

Dieser Satz beschreibt kurz und bündig die Aufgaben von Mikroorganismen im Boden.

Die kleine Kruste Boden, die die Erde überzieht, entstand über Milliarden von Jahren und ernährt die Weltbevölkerung mit allem, was aus ihr wächst.

Nicht nur bei der Entstehung von Mutterboden spielten die Mikroorganismen eine wesentliche Rolle, sondern auch künftig werden sie dies tun.


Alle stofflichen Umwandlungsprozesse im Boden geschehen mit Mikroorganismen.

Das Zusammenspiel von MO, Kleinstlebewesen, Pilzen, Wurzelausscheidungen usw. lässt Pflanzen wachsen und ist perfekt angepasst!

In einer Handvoll guten Boden leben mehr MO als Menschen auf der Erde!

Warum wohl?

In der obersten Bodenschicht ( 10 – 15 cm ) werden durch Umwandlungsprozesse von MO der Pflanze Vitamine, Enzyme, Hormone usw. zur Verfügung gestellt.

Pflanzen ernähren sich nicht nur aus den im Boden gelösten Nährsalzen, sondern auch aus Bodenmikroben, die durch die Wurzeln in die Pflanze gelangen.

Mit der Nahrung gelangen diese Mikroben in unser Verdauungssystem, sie bestimmen die Funktion unserer Verdauung und wirken auch auf das Nervensystem.

Nur durch genügend Organik und ein aktives Bodenleben wird Humus erhalten, bzw. aufgebaut!

Deshalb ist es wichtig, den Boden mit Organik und MO zu füttern.

Effektive Mikroorganismen unterstützen die Arbeit der vorhandenen Bodenmikroben und sind bedeutend für eine Reduzierung der Düngemittel und des Pflanzenschutzes sowie für gesundes Wachstum, hohe Erträge und qualitativ hochwertige Früchte!

(Reduzierung Düngemittel und Pflanzenschutz: Sächsische Bauernzeitung,

Qualitativ hochwertige Früchte: Prof. em. Dr. Manfred Hoffmann, Lebensmittelqualität und Gesundheit.


Die Effektiven Mikroorganismen EM


Effektive Mikroorganismen sind eine mikrobielle Mischkultur aus mehreren, ausgewählten, verschiedenen, natürlich vorkommenden Stämmen.

Eine große Besonderheit bei EM ist die Koexistenz von aerob und anaerob lebenden Mikroorganismen in der selben Flüssigkeit bei einem pH-Wert von etwa 3,5.

EM sind imstande, ein Ungleichgewicht, bei dessen Entstehung Mikroorganismen beteiligt waren, wieder in den Kreislauf des Lebendigen zu überführen.


Die 5 Familien:

Photosynthesebakterien (Rhodopseudomonas)

Unabhängige, sich selbst erhaltende Mikroorganismen. Sie setzen organisches Material und/oder Gase, mit Hilfe von Sonnenlicht und Bodenwärme als Energielieferanten, um zu Aminosäuren, Nukleinsäuren, bioaktiven Substanzen und Zuckerarten, die direkt von Pflanzen absorbiert werden können. So vermehren sich z.B. VA (vesicular-arbusculare)-Mycorrhizae im Rhizom dank der Verfügbarkeit von Aminosäuren. VA-Mycorrhizae verstärken die Löslichkeit von Phosphaten im Boden und machen dadurch Phosphor für die Pflanzen verfügbar.

Milchsäurebakterien (Lactobacillales)

produzieren Milchsäure aus Zuckerarten und anderen Kohlehydraten, zusätzlich werden schädliche Mikroorganismen unterdrückt und eine schnelle Zersetzung von organischem Material verstärkt.

Sie haben die Fähigkeit, die Vermehrung von Fusarium zu unterdrücken.

Hefen (Saccharomyces)

synthetisieren antimikrobielle und für das Pflanzenwachstum nützliche Substanzen aus Aminosäuren und Zuckern, die von Photosynthese-Bakterien, organischem Material und Pflanzenwurzeln abgesondert werden.

Bioaktive von Hefen produzieren Hormone und Enzyme, die die Zell- und Wurzelteilung fördern.

Ihre Absonderungen sind nützliche Substrate für z.B. Milchsäurebakterien und Aktinomyzeten.


Aktinomyzeten (Streptomyces)

deren Struktur zwischen der von Bakterien und Pilzen liegt, produzieren aus Aminosäuren und organischem Material antimikrobielle Stoffe, die schädliche Pilze und Bakterien unterdrücken.

Aktinomyzeten können mit Photosynthese-Bakterien zusammen leben. So verbessern beide Arten die Qualität des Bodens, indem sie die antimikrobielle Aktivität des Bodens steigern.

 

Fermentaktive Pilze (Aspergillus)

lassen organisches Material schnell zerfallen, wobei Alkohol, Ester und antimikrobische Stoffe entstehen. Diese unterdrücken Fäulnis, schlechte Gerüche und das Auftreten von Schadinsekten.

Was bewirken Effektive Mikroorganismen?


EM sind imstande, ein Ungleichgewicht, bei dessen Entstehung Mikroorganismen beteiligt waren, wieder in den Kreislauf des Lebendigen zu überführen indem sie krankheits- und fäulniserregende Pilze und Bakterien im Boden unterdrücken und ein positives, aufbauendes Milieu erzeugen.

Ein gesunder und produktiver Boden entsteht durch die Vielfalt der Lebensformen und EM schafft hierbei ein Gleichgewicht von oft einseitig geprägten Ökosystemen.


Welche Vorteile entstehen durch den Einsatz von EM?


Im Boden

(der Boden ist der Darm der Pflanze)

EM verbessern den Boden und lassen Pflanzen gesünder wachsen.

Die EM nutzen die Sekrete der Pflanzenwurzeln für ihr Wachstum.

Während dieses Prozesses sezernieren sie ebenfalls für Pflanzen verfügbare Amino- und Nukleinsäuren, außerdem eine Vielzahl von Hormonen und Vitaminen.

Organisches Material wird nur durch die mikrobielle Vielfalt im Boden abgebaut und zu pflanzenverfügbaren, organischen Dünger und schneller zu Dauerhumus umgebaut, das zeigt uns die ausgeprägte Krümelstruktur des Bodens (Bilder Seite 11 und 12 ).

Dauerhumus ist in der Lage, den Wettereinflüssen (Trockenheit bzw. zu viel Regen) zu trotzen,

da er eine deutlich höhere Wasserhaltefähigkeit besitzt.

Durch den Einsatz des Tiefenlockerers mit EM-Fermenteinspritzung ( Bild Seite 7) wird der Unterboden gelockert, das Bodenleben aktiviert und Fäulnis unterdrückt.

Mineraldünger wird über einen längeren Zeitraum mineralisiert, Überdüngungseffekte können so ausgeglichen werden und es entsteht ein Langzeitdüngeeffekt (keine Nitratüberdüngung).

Dies ermöglicht eine schrittweise Reduzierung von mineralischem aber auch organischem Dünger.

EM sind in der Lage Schadstoffe (z.B. MKW, PAK usw.) im Boden abzubauen bzw. so umzubauen, dass sie nicht mehr pflanzenverfügbar sind.


Für die Pflanzen

Stärkung des Immunsystems der Pflanze.

Der stark reduzierte Einsatz von Fungiziden und Insektiziden bewirkt eine deutliche Minderung der Belastung für den Boden, die Pflanzen und schließlich für uns Konsumenten!

Durch die Aufrechterhaltung eines positiven, aufbauenden Milieus werden z.B. Schnecken abgehalten, ihre Eier abzulegen aber auch Blattkrankheiten können durch regelmäßige Blattspritzungen (Biofilm durch Besiedlung der Oberfläche) verhindert werden.

Durch die im Boden entstandenen Vorteile der EM-Anwendung können

probiotische Mikroorganismen wie EM durch die feinen Haarwurzeln ( Bild Seite 3)

in die Pflanze wandern und lassen qualitativ hochwertigere Pflanzen entstehen

(Quelle: Lebensmittelqualität und Gesundheit, Prof.em.Dr. Manfred Hoffmann).


EM – Pflanzenfermente zur Rotteförderung

 

EM-Pflanzenfermente haben sich bewährt!

Sie sollten während der Bodenbearbeitung gleichmäßig in den Erdstrom eingespritzt werden.

Dies ist die Voraussetzung für die Nährstoffbindung aus der Gründüngung und die daraus folgende Reduzierung der Unkrautkeimung.

Organisches Material wird fermentiert, die Rotte wird beschleunigt und die Mykotoxinbelastung durch schimmeln oder faulen wird verringert.

Nährstoffe stehen den Kulturen nicht auswaschbar sondern lebend verbaut und dadurch bedarfsgerecht aufnehmbar zur Verfügung.

Sollte trotzdem neues Unkraut aufgelaufen sein, den Boden kurz vor der Saat mit EM-Einspritzung einige Zentimeter tiefer bearbeiten.


Aufwandmenge:

100 – 150 l/ha, mit Wasser entsprechend verdünnt.



Bearbeitung mit Grubber




Düsen in Funktion




Die Unterbodenlockerung (Tiefenlockerung)


Für eine gute Nährstoff- und Wasserversorgung sind Böden mit einer guten Krümelstruktur wichtig.

Verdichtungen, festzustellen durch Bodenkontrolle mit Spaten oder Sonde, können verschiedene Ursachen haben z.B. hohe Achslasten, die Häufigkeit des Überfahrens, unausgewogene Nährstoffverhältnisse, lange andauernde Vegetationspausen usw.


Die Unterbodenlockerung stellt die Möglichkeit einer besseren Durchwurzelung, einer hohen Wasserhaltefähigkeit sowie eine Förderung und Aktivierung der Bodenlebewesen her.

Bei der Unterbodenlockerung wird die verdichtete Schicht durch einen Zahn mit

EM-Fermenteinspritzung bis zu 55 cm aufgebrochen, nicht vermischt.


Tiefenlockerer mit Schneidscheibe

und EM-Fermenteinspritzung



EM-Fermenteinspritzung





Weinbau mit Tiefenlockerer und Mulcher






Wurzelbild



               ohne                                                 mit Tiefenlockerer                             mit Tiefenlockerer und EM